Hintergrund
Antisemitismus ist weit verbreitet. Er äußert sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen, beispielsweise in Relativierungen des Holocaust, Israelhass oder Angriffen auf die Erinnerungskultur.
Auch Rassismus ist in Deutschland tief verwurzelt. Rassistische Äußerungen werden zunehmend gesellschaftsfähig, rassistische Einstellungen und Straftaten nehmen zu.
Basiert Rassismus auf der Abwertung von Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale, ist Antisemitismus die Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden aufgrund ihrer angeblichen Überlegenheit und Macht.
Beide Phänomene – Antisemitismus und Rassismus – sind Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und dürfen weder verharmlost noch gegeneinander ausgespielt werden. Beide sind real und verlangen eine klare Haltung und eine aktive Auseinandersetzung, denn sie bedrohen unsere Demokratie.
In der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit stellt der Umgang mit emotional aufgeladenen Debatten und mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen oder Übergriffen häufig eine Herausforderung dar. Gerade mit Blick auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina gibt es oft erstarrte Positionen und scheinbar unüberbrückbare Differenzen.
Dialog und Austausch sind hier wichtig. Eine sachliche Auseinandersetzung, Zuhören, Meinungsaustausch, Ambiguitäten erkennen und tolerieren – all dies sind bedeutsame Schritte, die Verhärtungen entgegenwirken und demokratische Kompetenz fördern.
Das Projekt „Lernen aus der Geschichte – Gegenwart gestalten“ setzt hier an. Einerseits geht es um die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus vor und während des Nationalismus, der schließlich zur Schoah führte. Andererseits geht es um aktuelle Entwicklungen und um didaktische Ansätze, die diese aufgreifen, Reflexion ermöglichen und Handlungskompetenzen für die Gegenwart stärken.